Eine Welt voller Monster?

Meine Frau und ich haben uns kürzlich die erste Folge der zweiten Staffel von
Monarch: Legacy of Monsters auf Apple TV+ angesehen.

Die Serie liefert genau das, was man erwartet: Spannung, spektakuläre Szenen und riesige Kreaturen, die ganze Städte in Schutt und Asche legen können. Eine Welt voller Titanen und Gefahren.

Mitten während der Folge sagte meine Frau plötzlich:
„In so einer Welt mit den ganzen Monstern möchte ich nicht leben.“

Ein Satz, der zunächst völlig logisch klingt. Wer möchte schon in einer Welt leben, in der riesige Kreaturen jederzeit auftauchen können?

Doch genau in diesem Moment kam mir ein Gedanke.

Ich antwortete:

„Eigentlich leben wir doch schon in einer Welt mit Monstern. Nur erkennen wir sie nicht immer sofort.“

Die Monster unserer Welt

In Serien und Filmen sind Monster leicht zu erkennen.
Sie sind riesig. Sie brüllen. Sie zerstören Gebäude. Jeder weiß sofort: Das ist die Bedrohung.

In der realen Welt ist das leider komplizierter.

Unsere Monster tragen keine Schuppen.
Sie haben keine gigantischen Klauen.
Und sie kommen auch nicht aus dem Meer.

Unsere Monster verstecken sich hinter ganz normalen Gesichtern.

Sie entstehen aus Dingen wie:

  • Gewalt
  • Kriegen
  • Machtgier
  • Lügen
  • Rücksichtslosigkeit
  • Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen

Während ein Monster im Film eine Stadt zerstört, können menschliche Entscheidungen ganze Länder ins Chaos stürzen. Kriege beginnen nicht mit einem Brüllen, sondern oft mit einem Satz, einer Lüge oder einem Machtspiel.

Das macht sie gefährlicher als jedes Filmmonster.

Der Unterschied zwischen Film und Realität

In Serien wie Monarch ist immer klar, wer das Monster ist.
Die Bedrohung ist sichtbar. Sie steht direkt vor dir.

In unserer Welt ist das nicht immer so einfach.

Manche Menschen handeln aus Angst.
Andere aus Gier.
Manche aus Überzeugung, obwohl sie anderen damit schaden.

Die Grenze zwischen Gut und Böse ist in der Realität viel schwerer zu erkennen als in einer Fernsehserie.

Das macht unsere Welt manchmal sogar unheimlicher als jede Monster-Geschichte.

Aber es gibt auch das Gegenteil

Jetzt kommt der Teil, den Serien oft vergessen.

Wenn Menschen in der Lage sind, Monster zu sein, dann sind sie auch in der Lage, genau das Gegenteil zu sein.

Menschen helfen einander.
Sie retten Leben.
Sie kümmern sich um Fremde.
Sie stehen füreinander ein.

Während Nachrichten oft nur von Krisen, Konflikten und Katastrophen berichten, passieren jeden Tag auch unzählige kleine gute Taten.

Diese Menschen sieht man selten in den Schlagzeilen.

Die eigentliche Frage

Vielleicht liegt genau darin die Botschaft hinter diesem Gedanken.

Die Frage ist nicht nur, ob es Monster gibt.

Die entscheidende Frage ist:


Welche Rolle spielt jeder einzelne von uns in dieser Welt?

Sind wir Teil der Gleichgültigkeit – oder Teil der Menschlichkeit?

Denn anders als in einer Serie entscheidet sich die Zukunft unserer Welt nicht durch riesige Kreaturen.

Sie entscheidet sich durch unser tägliches Verhalten.

Zum Schluss ein Gedanke

Serien wie Monarch: Legacy of Monsters zeigen uns spektakuläre Monster, die ganze Städte bedrohen.

Doch der kurze Gedanke auf dem Sofa hat etwas deutlich Größeres gezeigt:
Die gefährlichsten Monster unserer Welt sind oft unsichtbar.

Sie stecken in Entscheidungen, in Machtspielen, in Gleichgültigkeit.

Aber genau dort liegt auch die Hoffnung.

Denn wenn Menschen die Fähigkeit besitzen, Monster zu sein, besitzen sie auch die Fähigkeit, Menschen zu bleiben.

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